Es gibt nichts praktischeres als eine gute Theorie!

Es gibt nichts praktischeres

als eine gute Theorie!

Kurt Lewin

Worum geht’s?


Autismus ist ein hochkomplexer Entwicklungsverlauf – sichtbar ist nur die Spitze des Eisbergs.
Wie alle Entwicklungsverläufe, so vollzieht auch er sich auf unterschiedlichen Ebenen gleichzeitig. Wir können lernen, Autismus zu verstehen, indem wir uns diese Ebenen bewusst machen, sie unterscheiden und erläutern. Wenn wir im Anschluss daran die offensichtlichen Symptome in einen zeitlichen Verlauf einordnen, erlangen wir ein echtes und umfassendes Verständnis der Ausmaße dieser Beeinträchtigung. Dabei wird deutlich, dass bei Autismus eine grundlegend andere Entwicklung stattfindet, die stets sinn- und systemhaft ist!

Im unbeeinträchtigten wie im beeinträchtigten Entwicklungsverlauf wirken bestimmte Gesetzmäßigkeiten, sie sind universell und gelten daher für alle Lebewesen. – Durch einen Vergleich beider Entwicklungsabläufe wird die Vielschichtigkeit jedes normalen Entwicklungsverlaufs deutlich. Die Schwierigkeiten betroffener Menschen werden vom Ursprung her verstehbar, ebenso wie die enorme qualitative und quantitative Bandbreite der Ausprägungen.

Alle Lebewesen streben ihre eigene Vollkommenheit an. Ist auch nur ein Teilbereich des ursprünglichen Entwicklungsplans beeinträchtigt, so zieht dies unterschiedliche qualitative und quantitative Konsequenzen nach sich. Eine dieser Konsequenzen ist das Streben nach Ausgleich oder Ersatz.

Colwyn Trevarthen hat 1996 die Ursache von Autismus benannt. Wenn wir seine Forschungsergebnisse in Vygotskij’s Theorie ‚Defekt und Kompensation‘ einfügen, so eröffnet sich eine komplett neue Sichtweise: Manches, was bislang bestenfalls zwischen merkwürdig, unerklärlich oder skurril rangierte, erfährt nun eine Wertschätzung und Würdigung als ungewöhnlich, speziell und in jedem Falle als kompensierend!

Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

Nichts ist stärker als eine Idee,

deren Zeit gekommen ist.

Victor Hugo

Mein Angebot

Die Besonderheit meiner Arbeit liegt darin, dass ich auf systemischer Ebene arbeite. Damit ist gemeint, dass die Phänomene nicht nur einzeln betrachtet, sondern ganzheitlich in die Abfolge allgemeiner Entwicklungsprinzipien eingegliedert werden. In dieser Weise ist Autismus einfach verstehbar. Betrachten wir den Menschen als solch ein vielschichtiges System mit innewohnenden Entwicklungsprinzipien, so sehen wir bei Autismus einen prinzipiell anderen und dabei durchgehend logischen Entwicklungsverlauf.

Im Austausch von Wissen wende ich mich an die Betroffenen selbst und ihre Angehörigen, als Lehrende an Erzieher|innen, Heilerzieher|innen, Lehrer|innen und Studierende der Fachbereiche Sonderpädagogik/Inklusion, Entwicklungsneuropsychopathologie und Sprachheilpädagogik.

In meinen Überblicksvorträgen erkläre ich in allgemeinverständlicher Sprache und durch Grafiken anschaulich unterlegt, die hirnphysiologische Ursache und den Entstehungsprozess von Autismus.

In meinen halb- und ganztägigen Fortbildungen können, je nach Wunsch oder Ihrem Bedarf, unterschiedliche Aspekte des Vortrags aufgegriffen und vertiefend erarbeitet werden, z.B. ‚Autismus und Spracherwerb‘, ‚Die autistische Intelligenz‘ oder ‚Die fließende Grenze – wo fängt Autismus an?‘

Gerne arbeite ich mit Kindern und Jugendlichen, um mit ihnen lebenspraktische Fähigkeiten zu üben.

Meine Kompetenzen

Die ganzheitliche, non-dualistische Betrachtung des Menschen und seiner Entwicklung durch die sog. Kulturhistorische Schule (Vygotskij, Lurija, sowie Trevarthen, Thatcher, Fisher und Jantzen), verbunden mit der Einbettung in übergreifende Entwicklungsprinzipien, ermöglicht eine neue Sichtweise auf Autismus. – Ich vermittle Ihnen fundamentales Hintergrundwissen in einer anschaulichen Art und Weise, das es Ihnen ermöglicht diese zu verstehen, z.B.:

  • Grundlagen und Arbeitsweisen des menschlichen Gehirns,
  • Wissensvermittlung verschiedener Aspekte von Spiegelneuronen und Sprache.
  • Vertiefende Kenntnisse bspw. im Bereich Sprachheilpädagogik oder Entwicklungsneuropsychopathologie,
  • Vermittlung der Rolle und des Entstehungsverlaufs von Kompensationsmechanismen.
    All dies führt zu einer wertschätzenden Betrachtung von Autismus!
  • Vermittlung praktischer Fertigkeiten zur Verbesserung des neuromotorischen Apparates, Sprache oder zur Wahrnehmungs- und Sinnesschulung.

 

Berufliche Ausbildungen und Tätigkeiten

  • Studium der Behindertenpädagogik, Germanistik und Erziehungswissenschaften an der Universität Bremen (Prof. Feuser und Prof. Jantzen),
  • Lehrerausbildung am ‚Edinburgh Steiner Teacher Training Course‘,
  • mehrjähriger Arbeits- und Lebensaufenthalt in der Lebensgemeinschaft Garvald in Schottland u.a. mit autistischen Jugendlichen und Erwachsenen,
  • Bäckerei- und Kunsthandwerkslehrerin im therapeutischen Bereich

Geduld und Humor sind zwei Kamele, mit denen man jede Wüste durchqueren kann.

Geduld und Humor sind zwei Kamele,

mit denen man jede Wüste durchqueren kann.

Arabisches Sprichwort

 

Über mich

Meine berufliche Biografie beinhaltet verschiedenste Tätigkeiten mit unterschiedlichen Aspekten im Bereich der Behindertenpädagogik, meist im Bereich der Jugend- und Erwachsenenbildung. Über viele Jahre lebte und arbeitete ich in Schottland.

Auf der Grundlage meiner Forschungsarbeit „Warum Verben grün sind“ über Autismus entwickle ich mein Vortrags- und Weiterbildungsangebot. Insbesondere befasse ich mich bei diesem Forschungsprojekt mit systemischen Denkansätzen.

In Zukunft möchte ich weiter über Autismus aufklären und praktische Herangehensweisen bekannt machen.

 

Die Anzahl der Kinder, die als autistisch diagnostiziert werden, steigt rasant und es ist mein Anliegen, die Gründe hierfür zu erforschen.

Publikationen

„Autismus und Spracherwerb anders denken!“ –
‚Autism and language aquisition – a new approach‘
In: BEHINDERTENPÄDAGOGIK (2010), Heft 3, S. 268 – 283

„Warum Verben grün sind“ – ‚Why verbs are green‘
2012, Peter Lang, Frankfurt am Main